Komm sach watt!

Wenn es nicht das www wäre würden hier oben Fotos meiner Kinder hängen. Ich freue mich über nette Kommentare, Kritik vertrage ich überhaupt nicht und ich bin kein Freund von Smilies, man sollte sich auch so ausdrücken können.

Thanks for stalking. Komm sach watt!

Mittwoch, 28. Januar 2015

Ein Aufundab

Jeder Tag ist momentan mit guten und schlechten Nachrichten gespickt. Alles sehr nervenaufreibend. Ich hab doch die 5 Welpen genommen. Ca. eine Woche später wurde noch ein Mädchen gefangen. Viel zarter als die anderen:


Gestern kam die Nachricht es sind noch 3! Kann ich nein sagen? Nein, es sind ja Geschwister. Und so kamen gestern noch 3 dazu. Unschwer zu erkennen welche 3 es sind.



Ebenfalls gestern morgen pünktlich um 10 Uhr war ich mit Piri beim Doc. So sah sie aus:
.

Die Zunge lila, alles geschwollen, am Hals eine riesige Beule. Hab erst gedacht ihr hängt irgendwas im Hals, sehen konnte ich aber nichts. Die Ärztin meint es waren diese Prozessionsspinnerraupen. Wir haben eine Pinie dort wo die Welpen laufen, aber ich finde keine Raupe. Es sind, und hoffentlich bleibt es so, auch keine anderen Hunde betroffen. Es gab ein Antiallergikum und Antibiotikum. Heute geht es ihr schon viel besser. Sie bellt schon wieder. Aber essen und trinken ist ein Problem. Wieviel von der inzwischen schwarzen Zunge bleibt ist ungewiss. Das regelt der Körper alleine, aber es wird dauern.



Wir kämpfen an so vielen Fronten und wissen teilweise nicht was zuerst. In Caldas gibt es einen Mann, der seit 15 Jahren Hunde im erbärmlichen Zustand hält. Er hat aktuell vermutlich 15 Hunde. Teilweise in Baracken. Die Rüden werden gefüttert, die Hündinnen nicht. Das macht eine Freundin von Carla. Seit Oktober gibt es ja tatsächlich ein Tierschutzgesetz und nun ist der Fall angezeigt worden. Eine an den Hinterbeinen gelähmte Hündin, nur noch Haut und Knochen, haben wir "mitgenommen". Aber leider ohne Happy End. Auf der Pappe unten sieht man alles Flöhe.




Diese Hündin hat 3 Welpen, lässt aber niemanden ran. Einer liegt tot in der Hütte. Die Amtstierärztin ist informiert. Aber es zieht sich alles.




                                        Kein Wasser, kein Futter.


                Die APA hat mir gestern noch Fotos von dem Jungen hier geschickt. 1 Jahr alt.




                             Der hat hier mit 2 (schwangeren) Hündinnen gewohnt. 


Es gibt aber dann auch wieder Positives zu vermelden. Ich fliege am Wochenende (und damit das 2. Mal in diesem Monat) wieder mit 5 Hunden nach Hamburg. Und ein R-Welpe fliegt morgen früh nach Frankfurt. Applaus bitte für Sohnia, die nie müde wird zu annoncieren, zu mailen, zu telefonieren und alles was dazu gehört. Und das auch noch wenn die ganze Familie nacheinander mit einem Kotzeritis-Virus zu kämpfen hat. Danke Sohnia.

Freitag, 23. Januar 2015

Tschüss Granny



Nur 2,5 Monate hatten wir dich. Beim Fang schon sehr alt. Immerhin nun ein warmes Bett gehabt und Mantel an, aber irgendwie ging es stetig bergab. Gestern das Fressen eingestellt und dann ging doch noch abends die Bockwurst rein. Heute morgen blind und nur noch torkelnd. Die Körpertemperatur unter 32 Grad und nicht mehr messbar. Sorry.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Was zum Gernehingucken

Mal was nur zum Nett-angucken. Paula fliegt heute Mittag ab nach München in eine Familie und wird sehnsüchtig erwartet.




                                            Auch Nelson fliegt bald.


                   Und aus dem Strulli ist nun ein Felix geworden und auch er taut langsam auf.

                                     Ob die sich verwandt fühlen?






Und auch Frieda ist auf einem guten Weg. Die Haufen gefallen uns noch nicht optimal, aber der Rest ist wieder in Ordnung. Der Hund ist so eine Schmusebacke.




Nochmal zu der Frage, ob die Ärzte das gut vernähen. Ja, bis auf die Nummer mit Lydia, da geh ich von keiner guten Arbeit aus. Das Problem ist sicherlich, dass ich die Hunde nicht lange genug ruhig gehalten habe. Gerade bei solchen Zaunspringern, die ich nicht in einer Sektion, in der sie nicht rumrasen und rumspielen können, halten kann. Am 5. soll Mimi kastriert werden und die werde ich wohl anketten müssen. Sie klettert über jeden Zaun und würde auch aus allen Zwingern klettern. Dazu Leinen durchbeissen und den Holzboden im Appartment durchkratzen. Solch einen Hund kann ich auch im Haus nicht ruhig halten, bzw. würde wohl das Sofa dran glauben müssen. Horror für eine Hund mit viel Energie. Und in Zukunft auch nur noch mit Kragen oder Trichter. Ich möchte das nie wieder mitmachen müssen.




Und auch die 5 neuen werden mutiger.





                                                  Hier noch ein Suchbild. Finde Nelson...



Dienstag, 20. Januar 2015

Ganz schwarzer Montag

Ein Tag wie in Trance war es gestern. Gerade aufgewacht eine SMS von Kind 2. Der Hamster ist tot. Er hatte schon länger einen Tumor, aber so lange er gefressen hat und nicht rumlag haben wir es nicht übers Herz gebracht ihn einschläfern zu lassen. Lale wurde ja auch am Dienstag kastriert und da sich die Hunde ja schonen sollen und sie sich (immer noch) kaum anfassen lässt, hatten wir sie mit ins Haus genommen. Ich lass sie morgens raus und was macht sie? Obwohl die Tore offen waren, springt sie über den Zaun. Dabei geht die Narbe auf. Ich hab es nicht gesehen, ich hab nur ein Aufjaulen gehört und alle anderen Hunde, die noch in ihren "Betten" waren fingen an zu bellen. Ich bin raus und was ich dann gesehen hab, kann ich immer noch nicht fassen. Achtung heftig! Sie hat das was raushing aufgefressen! Ich hab versucht sie einzufangen, aber sie hat mich 2x gebissen. Ist hin und her gerannt, überall Blut, dann ist sie zum Dog1 und davor stand noch eine Transportbox. Anfassen oder irgendwie packen konnte ich sie nicht, aber sie ist in die Box, als ich die Tür aufgemacht hab. Bei der anderen Klinik angerufen, denn ich wollte nicht wieder endlos warten, lieber fahr ich 10 Minuten länger. So ins Auto, mit Hausschuhen. Der Hund hat im Auto noch immer an der Box gekratzt und wollte raus. Angekommen, auf den Tisch und dann das Elend gesehen. Es war nur noch der Dickdarm da, der hing wie ein Stück Gartenschlauch da, aber es war nichts mehr da um da wieder was anzuschliessen.  AUFGEFRESSEN. Es blieb uns nur eine Lösung. Es tat mir unendlich leid. Mit etwas Abstand betrachtet ist sie nun vielleicht glücklich wieder bei ihrer Schwester Lena, sie wäre mit Menschen wohl nie glücklich geworden. Immer in Alarmbereitschaft zu flüchten, nie entspannt, immer gezuckt und zurückgezuckt, wenn man sie angefasst hat. Aber so ein Ende ist einfach nur grausam und ich fass es immer noch nicht.



Der Tag ging aber ja weiter. Wenn auch irgendwie gelähmt. Gestern Abend hatte Bob das Glück mit einer Flugpatin nach München zu fliegen. Grosses Danke an Rebecca für die Vermittlung. Und heute fing der Tag gut an, man weiss wieder warum das macht, wenn man so eine Mail im Postfach hat:

Guten Morgen Susanne,

ich muss Dir jetzt unbedingt von meinen letzten 10 Stunden erzählen, die ganz schön spannend waren. Als mich die Brigitte in meiner Box auf dem Gepäckwagen rausgeschoben hat und ich Herrchen und Frauchen das 1. Mal sah, war ich noch ein wenig schüchtern und gezittert habe ich auch. Mein neues Frauchen musste gleich weinen als sie mich gesehen hat. Sie war ganz gerührt glaube ich. Es wurde dann einstimmig beschlossen mich in der Box zu lassen und so in mein neues Zuhause zu bringen. Bei der Autofahrt habe ich so getan als wäre ich gar nicht da, ich war mucksmäuschenstill. Ich glaube die haben sich mehrfach gefrag, ob ich überhaupt noch an Board bin. Nach ca. 45 Minuten waren wir dann daheim, juhuuu. Ich wurde in meiner Box ins Wohnzimmer getragen und Frauchen hat dann die ganzen blauen Kabelbinder durchgeschnitten und da bin ich sofort raus, ich bin ja soooo neugierig. Dann gab es meinen Mitternachtssnack. Ein paar Bissen Lyoner habe ich auf einen Happs gefressen und dann habe ich noch fast 2 Portionen Trockenfutter bekommen. Auch das war dann ruck zuck weg. Da haben die Beiden gestaunt wie schnell ich fressen kann. Frauchen und Herrchen haben gelacht, weil mein Bauch danach so dick war. Dann sind wir noch eine 10-Minuten-Runde um den Block. Irgendwie hat diese Runde 2x so lange gedauert, weil ich überall und an jeder Ecke schnuppern musste. Man war das alles spannend. Herrchen hat mich geführt und Frauchen hat vor dem Gassi gehen gesagt, dass ich doppelt gesichert werden muss. Somit Doppelsicherung an meinem schicken Geschirr und an meinem Halsband, sodass ich ja nicht abhanden komme. Wäre ja auch wirklich schade um mich. Dann ging es ins Bettchen. War ja auch schon fast 1 Uhr und alle waren müde. Ich habe ja jetzt ein ganz tolles Bett mit Tappsern drauf und durfte mit im Schlafzimmer schlafen. Bin dann auch kurz ins Bett von Herrchen und Frauchen, aber dann habe ich freiwillig beschlossen, dass ich doch lieber in meinem eigenen Bettchen schlafe. 
Heute morgen um Punkt 7 Uhr ist Frauchen dann mit mir Gassi gegangen. 45 Minuten waren wir unterwegs. War ganz schön aufregend. Obwohl wir ländlich auf einem Dorf / in einem Stadtteil leben war ganz schön viel los. Ich habe ganz viele Autos gesehen, bin gar nicht gewohnt, dass die so nah an mir vorbeifahren. Meist bin ich stehen geblieben und hab ihnen bei Vorbeifahren zugeschaut. Ach ja und geschnuffelt habe ich natürlich wieder ganz ganz viel. Über Nacht hat es leicht geschneit und ein bisschen gefroren habe ich schon. Frauchen überlegt glaube ich, ob ich einen Mantel brauche oder ob es so geht. Jetzt sind wir daheim im Wohnzimmer, da ist es schön warm. Mein Bett ist jetzt dort. Ein Hundekissen habe ich auch noch, auf der Couch war ich vorhin auch kurz, aber jetzt bin ich im Bettchen und schaue aus dem Terrassenfenster. Eigentlich würde ich die ganze Zeit am liebsten die Gegend erkunden und schnüffeln, aber von hier habe ich einen tollen Platz um in den Garten zu schauen. Ein bisschen ausruhen muss ich mich ja auch sagt Frauchen. Die Nacht war ja nicht sooo lang. Ach ja: Kühlschrank kenne ich jetzt auch und die Kaffeemaschine. Da bin ich erst mal 2 Meter rückwärts gelaufen, weil die so komische Geräusche macht. Ach ja und Spiegel sind toll, da gibt es mich dann 2x. Ansonsten habe ich natürlich schon jeden Raum ausgiebig erkundet. Ich glaube jetzt bin ich müde und mache ein wenig die Augen zu.

Bis bald, Hundekuss
Dein Bob

Sonntag, 18. Januar 2015

Gesehen, gebangt, gehofft, gewonnen, gelöhnt, gefilmt

Immer wenn was Unschönes passiert dessen Ausgang ungewiss ist, dann kann ich nix schreiben. Wir waren ja am Dienstag endlich wieder auf Kastrationstour, hatten 5 Hündinnen mit und einen Rüden. Der Rüde ist ein Rottweiler von ca. 10 Monaten, den Cristiano vorm Einschläfern gerettet hat, aber ich fürchte er hat sich damit übernommen. Er hat Angst vor dem Hund, aber das ist eine eigene Geschichte. Die Hündinnen waren Büffetmam eins und zwei, Lale (Schwester von Lena, bei der das Kastrieren nicht gut ausging) und Marcy und Frieda von den Popcörnern. Frieda ist adoptiert und darum ist sie anschliessend hier mit her und Marcy blieb die Nacht bei Cristiana in der Wohnung. So einen frisch operierten Hund kann man ja nun nicht open air übernachten lassen. Nun kann ich auch nicht 4 operierte Hunde mit ins Wohnzimmer nehmen, denn die kennen das ja nicht. Die machen mir auf´s Sofa. Also im Schuppen in die Appartments gepackt, da ist es ja auch beheizt. Weil Frieda sofort im Rudel willkommen war und die anderen teilweise nur uninteressiert geguckt haben, hab ich auch alle Türen offen gelassen. Bis auf Büffetmam 1, denn die war etwas sauer. Nun kennen wir ja schon ein paar Jahre die Kastrationen der APA, klitzkleine Narbe, innen- und aussen genäht, superklebriges Pflaster drauf und gut ist. Sehr selten braucht ein Hund danach einen Trichter. Selbst wenn die sich das Pflaster abfummeln ist die Narbe so klein und auch schmal, dass sie uninteressant ist. Es gibt aber ja nix, was es nicht gibt.

Und so öffne ich am Mittwochmorgen die Schuppentür und sehe Blut auf dem Boden. Ich denk:"Wer und wo?" Alle rennen raus, bis auf Frieda. Frieda steht da und das Gedärm hängt raus. Deja-vu! Mann wollte gerade nach vorne um den Betrieb aufzuschliessen. Ich hab geschrien: "Schnell hol eine Transportbox!" Hund rein, ins Auto, Klinik auf dem Weg angerufen, aber nur Anrufbeantworter. 8:22 war ich da. Eine der vielen Schlaftabletten hatte Dienst. Guckt mich fragend an. Ich sag: "Ich hab eben angerufen, hab einen Hund mit Darm draussen im Auto." Hund rein und nicht wie letztes Mal gleich in den OP, nein, in ein Behandlungszimmer. Hund aus der Box gefummelt. Achtung, nix für schwache Nerven....

 


Dadurch, dass sie so kurzbeinig ist, war sie sogar draufgetreten und ein Stück Darm schon sehr dunkel und verletzt. Ich könnte dann gehen. "Wann kommt denn die Ärztin?" "So um 10!" "Sie müssen die doch anrufen, dass die jetzt kommt? Das ist eine 24 Stunden Klinik hier oder? Und das ist ein Notfall! Der Hund ist sehr kalt. Ich bleib hier bis die Ärztin da ist." *stöhn* Aber angerufen. Ich glaub es hackt. Und diese Schlaftablette hat ihr dann 2 Spritzen gegeben. "Was ist das?" Antibiotikum und Entzündungshemmer." "Geben Sie ihr doch was gegen die Schmerzen, der Hund hat doch Schmerzen!" Zusammen haben wir dann angefangen das was raushing mit Flüssigkeit zu waschen. Da hingen ja alles Betonkrümel, Haare und Dreck dran. Irgendwann kam dann die Ärztin, ich glaub es war 9:20 Uhr und dann ging es gleich ab in den OP. Ey, der Hund konnte nicht mehr viel Blut in sich haben. Der Schuppen sah aus wie Massaker. In jedem Appartment und in jedem Korb (da stehen 9!) war Blut. Bei Lydia pulsierte ja der Darm so richtig alienmäßig, als der neben ihr lag. Bei Frieda nicht und das dunkle Stück musste natürlich entfernt werden. Ja, und dann hiess es hoffen und bangen. Jeden Morgen angerufen, jeden nachmittag hin und live angeguckt. Erst am Donnerstagabend durfte sie was trinken und am Freitag etwas weiches fressen. Gestern abend konnte ich sie abholen. Und wieder wusste ich warum ich den Laden so furchtbar find. Diese Geschwindigkeit wie die arbeiten. Eine Stunde dauerte es, bis wir sie mitnehmen konnten. Ich sag, ich möchte erst bezahlen, dann braucht der Hund hier nicht so lange rumstehen. Nein, irgendwann kommt sie raus und drückt mir den Hund in die Hand. Ein Mann, der nach uns kam und wohl nur seinen Yorkshire impfen lassen wollte, ist wutschnaubend wieder raus und weg. Kind 2 war mit und meinte: "Die in der Schule sagen schon immer zu mir: "Becky mach mal langsam" oder "geh mal langsam! Die können nicht schnell gehen oder was schnell machen." Die Rechnung hat mich dann ziemlich umgehauen, aber was solls, wir haben einen jungen, sehr sehr lieben, adoptierten Hund wieder hier.Sie ist noch schlapp und schläft viel. Aber wenn es was zu fressen gibt kommt die alte Frieda schon wieder durch.


Am Donnerstag wollte ich ja eigentlich aus dem städtischen Tierheim Obidos den Hund mit dem geschwollenen Kopf mitnehmen und die 3 Brüder zu Popcörnern. Kastriert worden waren sie morgens. Allerdings erhielt ich einen Anruf vom Doc, dass ebenfalls im Bezirk Obidos 4 Welpen eingefangen worden wären und sie wüssten nicht wohin damit. Also gut, dann hierher, aber dann kann ich den anderen nicht mitnehmen. Um 15 Uhr beim Tierheim. Und siehe da, den Typen kenn ich doch. Vom Golfresort, der hatte mir doch vor einem halben Jahr schon Lilli, Lena und Lale übergeben. Ja, und es ist die gleiche Mutter, die sich wieder nicht schnappen und liess und wieder ist auch ein Welpe nicht gefangen worden. Aber es waren in der Kiste nicht 4 sondern 5 völlig verschreckte Hunde. Hier sind dann jetzt die ersten Büffetwelpen ausgezogen, also bleiben im Freilauf und schlafen in Dog1 und dafür diese 5 in den Zwinger.







                       Jetzt noch was zum Entspannen und angucken.










Und morgen fliegt Bob mit einer Flugpatin nach München in sein neues Zuhause.



Zwischendurch war noch mein großes Kind in England und hat dort ab 1. März ein WG-Zimmer. Hui!

Montag, 12. Januar 2015

Spendenbericht Dezember 2014

Vorab mal eben zur Situation im städtischen Tierheim in Obidos. Wir haben mit dem Doc vereinbart, dass wir informiert werden, bevor irgendein Hund eingeschläfert wird. Er hat Anweisung von oben, einfache Rechnung: Tierheim ist mehr als voll, bei jedem Neuzugang muss dafür ein anderer eingeschläfert werden, entweder alter Hund oder eben am längsten da.

Da inzwischen wieder 2 neue Hunde gekommen sind, befinden sich bereits der Junge mit dem geschwollenen Kopf und der dunkle der 3 Brüder bei den Popcörnern, wo gerade eine neue Box gebaut wird. Der Doc kastriert uns dafür die Jungs, die wir rausnehmen, umsonst. Mädels nicht, aber es ist ja nur eins da.

Für den Monat Dezember möchte ich mich mehr als herzlich bei den folgenden Spendern bedanken. Ohne diese Unterstützung wäre es nicht möglich fast 50 Hunde zu versorgen. Denn versorgen heisst ja nicht nur Futter. DANKE:


Andrea
Annelies 3x
Annika (geprökelt von über Frau Gräde)
Bärbel
Birgit
Britta
Cort
Detlef und Karin
Edith
Elisabeth 2x
Emil (ich weiss nicht, ob Vor- oder Nachname)
Evelyne
Georg
Heike
Illa 2x
Irene
Jutta 2x
Katrin
Kirsten
Manuela 3x
Martina
Petra
Sabine N.
Sabine S. 2x
Stefi
Vera
Wolfgang und Kerstin

Desweiteren gab es Sachspenden

                                                         von Manni:


                                       und von Heidi und Reinhard:



Sonntag, 11. Januar 2015

Hamburch meine Perle

du hast das aber wieder gut mit mir gemeint. Das Glück war mir mehr als hold am Wochenende. Orkanboen am Freitag, Orkanboen am Samstag und genau dazwischen fliegt Frau P, die ja eigentlich K heisst mit einem Fullhouse an Hunden nach Hamburg. Aber nicht nur das hat meinen Puls auf 500 donnern lassen. Am Flugtag morgens, also Freitag,  hab ich nochmal wegen dem neuen EU-Ausweis gegoogelt, der ist ja so blöd gemacht. Um die Besitzer eintragen zu können haben die 2,389 mm Platz zwischen den Zeilen gelassen. Jedenfalls seh ich dabei, dass es ein neues Tierschutzgesetz per 31.12.2014 gibt, das es verbietet Welpen unter 15 Wochen nach Deutschland zu bringen. Die müssen die Tollwutimpfung haben, es nützt auch nicht wie bisher eine Bescheinigung des Amtstierarztes, sondern mit 12 Wochen impfen und nach 3 Wochen greift der Impfschutz, darum 15 Wochen. Problem nur, ich hatte 2 die mit sollten unter 15 Wochen. Einmal 14 und einmal 12 Wochen alt. Moah, ich war sehr hin und hergerissen. Was machen? Seh ich aus wie Welpenmafia? Wenn die in Quarantäne müssen? Aber eigentlich war ja noch nie was in Hamburg an Kontrolle. In München hingegen sind öfter schon Flugpaten kontrolliert worden, war aber ja immer alles in Ordnung. Wäre es ja bei mir auch, wenn es nicht diese Änderung geben würde. Meine Nerven. Ich wusste auch nicht mehr, was mir mehr Sorgen gemacht hat. Der Sturm oder der Zoll.

Egal, ein zurückrudern ging nicht mehr, alle freuten sich ja nun auf die Hunde und gebucht und bezahlt war auch alles. Auf dem Hinflug gute Ablenkung gehabt und wieder bewiesen, dass mein erster Eindruck eines Menschen völlig daneben liegt. Ich sitz ja immer am Fenster, denn da kann man die Birne anlehnen und wegschnarchen. In meiner Reihe am Gang sass einer, der sah aus wie der typische Grossstadt-möchtegern-Rapper mit Migrationshintergrund. So´n Käppi auf, weisste. Er musste ja aufstehen, damit ich mit Hundetasche in der Hand durch konnte. Fing dann aber an: "Oh, it´s a dog or a cat?" "A dog, a baby". Hab ihn dann gefragt, ob wir englisch oder portugiesisch sprechen, er könne nur englisch und spanisch. Also gut, dann englisch. Und wir unterhalten uns so über Hunde und irgendwann fällt bei ihm das Wort "auch" zwischendurch. Ich sag: "Oder deutsch?" "Ähm ja, wohnt seit 21 Jahren in Hamburg, ist mit 8 mit seinen Eltern aus Kolumbien gekommen. Ja, genau, dem Land der Drogendealer und Schutzgelderpresser. So einer ist das. Scherz. Völlig bodenständiger Kerl. Erst eine Ausbildung zum Schriftsetzer gemacht, war aber langweilig, immer nur schwarz weiss, nebenbei gekellnert und dann noch eine Ausbildung zum Restaurantfachmann gemacht und ist nun Restaurantleiter bei einem Italiener in Hamburg. Er war über Weihnachten bei seinen beiden Omas in Kolumbien und so haben wir uns echt nett unterhalten, obwohl dann noch ein ziemlich alter, sehr dunkler Mann zwischen uns sass. Der hatte sich Kopfhörer in die Ohren gedrückt. Aber der hat na ja sagen wir mal gemufft. Ich will ja nix sagen, aber die Baskenmütze hatte Sparkflecken und das Stofftaschentuch mit dem er sich die Glatze da unter zwischendurch abgewischt hat, war auch sehr unlecker. Aber der Geruch... ich hatte ja den Hund in Verdacht und hatte noch Sohnia bei Ankunft geschrieben, ich muss erst mit Richie ins Klo, der hat bestimmt in die Tasche gemacht, aber da war nix! Wie ich dann schon gehofft hatte, war der Sturm gerade abgeflaut als wir in Hamburg fast noch pünktlich gelandet sind.

So steh ich mit ordentlich bubberndem Herzen am Sperrgepäck und die Boxen kommen und da sagt der Typ: "Sie müssen zum Zoll nä!" Ich: "Aber ich war noch nie beim Zoll!" Er: "Is jetzt neu! Der Kollege kommt eben mit!" Bamm! Ach du Kacke. Ich wollte Sohnia simsen, aber ich hab so gezittert, ich hab die Buchstaben nicht getroffen. So schieben wir mit den beiden Wagen endlos einen Gang entlang. Irgendwann kam rechts eine Tür und vor mir schob eine Frau mit 2 Hundeboxen dort rein. Da drin ein Tresen, dahinter 2 Zollbeamte. Der fragt die Frau vor mir: "Wo kommen Sie denn her?" "Aus Malaga." "Dann gehen Sie man durch." Guckt mich an: "Und sie auch aus Malaga?" Mein Blut bubbert nicht mehr, es rast: "Nein, aus Lissabon." "Na dann gehen Sie mal auch da wieder raus!" Ey, dieses Gefühl wenn alles von dir fällt und du fast in Ohnmacht fällst, weil alles anders ist als du in alle Richtungen durchgespielt hast. So bin ich bei Terminal 1 rasugekommen und musste mit beiden Wagen wieder zum Terminal 2 jonglieren. Die Adoptanten waren schnell gefunden, standen ja nicht mehr viele da rum. Allerdings fehlten dann die für Paul und ich dachte, die sind vielleicht schon wieder nach Hause, aber eine der Frauen hatte mitbekommen, dass dort welche standen, die auch auf einen Hund gewartet haben und konnte sie auch noch wiederfinden.

Die Fotos sind genauso konfus, wie der Tag für mich war. Ich konnte auch die ganze Nacht nicht runterfahren, aber es hat ja alles geklappt. Dickes Danke an dich Sohnia! Immer da und vor allem immer positiv!

Ergänzung: Geflogen sind

- Tobias, großer Hund von Anfang an bei den Popcörnern und endlich endlich raus aus dem Zwinger.
- Lydia, das ist die mit der Nummer mit dem Darm und die so ängstlich war am Anfang
- Murphy, der vorletzte der schwarzen Müllwelpen
- Paul, der kurzbeinige von der ersten Büffetmama
- Richie, einer der 2. Büffetmama












Montag, 5. Januar 2015

Alles nicht so einfach.

Wie im anderen Blog beschrieben wird im städtischen Tierheim Obidos wieder eingeschläfert. Am 30. war ich mit Cristiana da zum Fotografieren, 2 Tage später war einer weg. Und ich musste feststellen, dass noch andere Hunde, die ich im Juli fotografiert hatte, fehlen. Um dem ganzen mal ein Gesicht zu geben und damit keiner denkt ich hab eine rege Fantasie. Die Zahl von 100.000 Einschläferungen pro Jahr kommt ja irgendwo her. Es war der älteste im Tierheim... Ich will da niemanden mit belasten, aber auch an mir geht das nicht so vorbei. Ich kann nicht alle retten, das ist mir schon länger klar und ich wusste es auch nicht.


Das Tierheim hat 5 Boxen (plus 2 Quarantäne) und 17 Hunde, davon 15 große Rüden! Es gibt Kämpfe in den Boxen. Den hier (einer der beiden kleineren) hab ich fast nicht wieder erkannt. Nur am Verhalten, als wir ihm die Leine umgelegt haben und er stocksteif wurde.


                                 Sieht man gar nicht so, aber der ganze Kopf ist geschwollen.

                                              Das war er im Juli...

Große Probleme dort. Ende 2012, als ich noch nix mit so viel Tierschutz zu tun hatte, wurden dort wegen des Tierarztwechsels alle Hunde eingeschläfert. Offiziell wurde es mit einem Virus begründet. Nun läuft Ende Januar wieder der Vertrag des Tierarztes aus. Dazu wurde Senhor Valdemar (Stadt-Angestellter zum Mindestlohn, aber echter Hundefreund), der dort sonst 40 Stunden pro Woche "gemacht" hat, ja wirklich ein laues Leben hatte und sich seinen Gemüsegarten da angelegt hatte, abgezogen und muss nun für die Stadt an anderen Orten Gärtnerarbeiten erledigen. Das Tierheim hingegen machen nun 2 Gärtner, die haben eine Stunde pro Tag Zeit die Tiere zu versorgen. Es war dort so dreckig wie noch nie! Senhor Valdemar war immer stolz auf das saubere Tierheim. "Guck mal, nicht eine Fliege!"

Cristiano hat mit dem Doc telefoniert. Aber es ist eine schwierige Situation. Wir haben Hilfe angeboten, aber wo führt das hin? Das wir uns verantwortlich fühlen. Für jeden Hund dort. Die Stadt macht nichts um Hunde zu vermitteln. Wenn wir einen Zwinger bei den Popcörnern bauen und die 3 Hunde nehmen (ja, wir sind am Überlegen), dann sind es 3 große Hunde mehr! Unser Futter der Sammelaktion vom 8. Dezember ist seit 3 Tagen alle. Ich muss mit den/euren Spenden ca. 45 Hunde versorgen! Fressen, impfen, Entwurmung, Pipetten und eben sonstige Tierarztkosten. Wie z. B. die alte Hundedame Jenny, deren OP am 22. Januar 140 Euro kostet. Kastration, den großen Säugeleistentumor entfernen und eine Hernie/Bruch in der Leiste. Alles in einer OP. Wir sind am grübeln, glaubt es mir. Ich hab 3 superliebe Hunde (ausser den 3 Brüdern), die ich gerne dort rausholen würde. Auf der anderen Seite stehen die anderen Hunde, wo ich letztens mit Cristiana war in der Warteschleife. Täglich sieht man herrenlose Hunde laufen. Ich kann die Hunde immer nur vermitteln, wenn ich sie kenne. Ich kann mich nicht auf Beschreibungen verlassen. Das hab ich zuletzt bei Lydia, die anhand Beschreibung und Fotos adoptiert war und dann kam sie her und war so scheu, dass ich gesagt hab, die kann in keine Familie mit kleinen Kindern. Netterweise haben sich die Leute für einen anderen Hund entschieden. Morgen bin ich zum Chippen bei dem Tierarzt und werde nochmal mit ihm reden.

Ansonsten gibt es doch mal Positives zu vermelden. Wir waren gestern bei der Eröffnung der neuen Tierklinik von APAvet. Ja, ein langer Kampf bei dem nun endlich die Gerechtigkeit gesiegt hat. Ich hab gesagt, ich glaube es erst, wenn ich es sehe. Am 2. Januar durften sie in den neuen Räumen, die seit Juli komplett ausgerüstet bereit standen, endlich arbeiten. Gestern durften alle mal gucken und wir haben den ersten Kastrationstourentermin am 13. mit 6-8 Tieren.

Gerade als wir zu der Eröffnung losfahren wollten rief mich Carla an. Sie hatte einen Welpen gefunden und weiss nicht wohin damit. Ich sag, wir treffen uns eben noch auf´m Supermarktparkplatz und der Hund bleibt dann eben in der Box, während wir da eine halbe Stunde Klinik angucken und sabbeln. Also kurze Übergabe. Der Hund war auf einem großen Parkplatz ausgesetzt worden. Sass unter einem geparkten Auto und hat geweint. Er liess sich nicht anfassen und sie konnten ihn in eine Garage scheuchen und dort mit Carlas Jeansjacke einfangen, weil er gebissen hat. Wieder zuhause haben wir ihn rausgelassen und ich weiss nicht, wo dieser Hund leben musste, aber er kennt weder Menschen, noch andere Hunde. Wenn ich ihn anfasse, also aus irgendeiner Ecke der Box oder Hütte ziehe, dann schreit er und versucht zu beissen. Aber es wird. Die anderen Hunde hier fordern ihn zum Spielen auf und manchmal kommt er schon raus und guckt sich hier um. Rauslassen in den Garten kann ich ihn nicht, ich krieg ihn ja nicht wieder. Nelson war auch so, aber nach ein paar Tagen will der nur noch gekrault werden.

Das Foto hier war bei Ankunft. Irgendeine Ecke (nicht, dass er das Leckerli gefressen hätte) um sich zu verstecken und vor Angst gestrullt. Mehrmals, die Fotos sind in der richtigen Reihenfolge.



Das ist dann heute in seine Schutzhütte reinfotografiert und gewaschen ist er auch, da mussten wir beide durch.